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Happy Happy

Alternativlos. Die öffentlichen Diskussionen sind von Fatalismus geprägt. Es gibt keine Ziele mehr jenseits des Sparzwangs. Die Wirtschaft, das Klima, die Überbevölkerung: hinter jeder Ecke lauert die nächste Krise. Die modernen Medien versorgen uns minütlich mit der nächsten Hiobsbotschaft. Wir denken, daß wir handeln müssten. Aber wir fühlen uns machtlos. Wir schränken uns ein. Wir fordern nicht mehr. Wir ziehen uns zurück. Es fehlen die verbindenden Werte jenseits der Ökonomie. Was kann man schon ausrichten?

Happy HappyHAPPY HAPPY spielt in einer Gesellschaft, in der die Effizienz zum bestimmenden Wert geworden ist. Die Synapsenbildung muss frühestmöglich gefördert werden, die Schule kürzer, das Studium zielgerichteter, die Arbeit organisierter. Die Musik und die Musen verlieren ihren freien Geist und ihre spielerische Unschuld, sie werden auf ihre funktionalen Dienste reduziert: sie dienen dem effektiveren Lernen, dem effektiveren Kommunizieren, dem effektiveren Entspannen, dem effektiveren Erleben. Die Musik hat ihren Wert an sich verloren. Vielleicht auch das Leben.

Happy HappyIn einer Art Wunderkammer versammelt HAPPY HAPPY Eindrücke, Zitate und Szenen zu einem Plädoyer an die geistige Selbständigkeit und die Mit-Menschlichkeit. Auf den Ursprung des griechischen Theaters zurückgreifend ist das Stück für eine Sängerin und Chor konzipiert, das Verhältnis zwischen Individuum und Menge erforschend. Das Lied des Einzelnen verliert sich in der Partywut der Vielen. Das Leben geht weiter. Happy Happy.

HAPPY HAPPY

Happy Happyan operatic song cycle with party
von Mathis Nitschke

Libretto entwickelt von Mathis Nitschke, mit Ausschnitten aus Texten von Joseph von Eichendorf, Rainer Maria Rilke, Michel Houellebecq, Bruno Latour, Thomas Gray, Jean Giraudoux, Percy Shelley und anderen

für Sopran, Chor, Kammerorchester, Elektronik
19.-22. November 2014, Nationaloper Montpellier, Comédie

Happy HappySopran: Karen Vourc’h
Dirigent: Arno Waschk
Regie: Urs Schönebaum

Fragen und Antworten zu Happy Happy in meinem Blog:
https://mathis-nitschke.com/blog/fragen-und-antworten-zu-happy-happy/

Aus dem Programmheft zu Happy Happy:
Mathis Nitschke – Ausweitung der Kompositionszone

Fotos: Julia Hildebrand und Ingolf Hatz

Verwandte Arbeiten:

2012 fand die Uraufführung meiner allerersten Oper statt, ebenfalls an der Nationaloper Montpellier: JETZT >>
In 2015 fing ich dann an, Oper im öffentlichen Raum zu veranstalten: VIOLA >>

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