2. April 2020

Besuchen Sie smallplaces.art und hören Sie zu

Die ECM Ausstellung in Seoul ist zum Ende gekommen, mein Equipment ist wieder in München. Ich bin sofort nostalgisch geworden. Ich habe also den Streaming Server für „Small Places“ wieder in Betrieb genommen und werde ihn die nächsten Wochen und Monate auch ohne Ausstellung laufen lassen, den gesamten Katalog von ECM Music vom Anfang bis zum Ende abspielend. Über https://smallplaces.art/ können Sie sich immer wieder neu überraschen lassen von der immensen stilistischen Bandbreite der wundervollen ECM Künstler. Ich selber habe dabei während der letzten Monate wunderbare neue Entdeckungen machen können und freue mich darauf, noch viel mehr zu entdecken.

1. April 2020

Über Leben

Berechtigte Kritik an den Regenten mischt sich mit gefährlicher Verharmlosung der Gefahr, Existenzangst lässt sich nicht mehr vor der Angst vor dem Virus trennen, hochinteressante ethische Fragen spitzen sich radikal zu und werden unter einer Welle von gut gemeinten Meinungen und schlecht recherchierten Behauptungen begraben.

Mir hat aus dieser schweren Verwirrung – mal wieder – ein gutes Buch geholfen. Ich nahm die Krise zum Anlass, eines der mir wichtigsten Bücher, „Der moderne Tod“ von Carl-Henning Wijkmark, unter dem Licht der Coronapandemie neu zu lesen.

Die Fiktion ist radikal real: Ende der 1970er Jahre lädt die schwedische Regierung zu einem geheimen Symposium ein über das Thema „Der letzte Lebensabschnitt des Menschen“. Dabei geht es in Wahrheit darum, wie man sich der überalteten Gesellschaft entledigen kann, die man sich nicht mehr leisten kann oder leisten will. Diskutiert wird ganz praktisch die Frage, wie man die unproduktiven Alten und andere überflüssige Menschen auf möglichst humane Weise umbringen kann.

Zu Wort kommen in der literarischen Versuchsanordnung neben dem einladenden Ministerialdirektor Bert Persson ein Medizinethiker, ein Schriftsteller und Geisteshistoriker sowie – fast schon ironisch kurz – ein Theologe. Bis auf den Schriftsteller sind sich alle Experten darüber einig, dass man die Bevölkerung vor allem davon überzeugen muss, wie schädlich sich das egoistische Festhalten am eigenen Leben auswirkt, und wie sehr es die ökonomische Zukunft des Landes gefährdet.

Zuerst erschienen 1978, wurde das Buch erst 2001 ins Deutsche übersetzt, beide Male ohne weiteres großes Echo. Wijkmark war ganz offensichtlich der Zeit um einige Jahrzehnte voraus, und was er zu sagen hatte, ist noch heute unangenehm.

Die Lektüre hat mir Frieden mit der Freiheitsbeschränkung verschafft. Lesen Sie in meiner persönlich gefärbten Buchbesprechung, warum: Über Leben

23. März 2020

Musiktheater und Orchester in Zeiten von Covid-19

Als ich anfing, mich mit dem Themenkomplex Smartphone/Kopfhörer/Spazierengehen zu beschäftigen, habe ich nicht geahnt, welche Bedeutung solche Arbeiten für die derzeitige kulturlose Zeit haben könnten. Etwas unheimlich.

„Vergehen“ ist eine Oper, die man sich erläuft, als alleiniger Spaziergänger:

Info: http://vergehen.net/

Auch die Münchner Philharmoniker lassen sich unbesorgt genießen:

Info: www.insidemphil.de

 

19. Februar 2020

Touched by sound in Munich

Letztes Jahr erhielt ich eine ehrenvolle Erwähnung für den Sound Walk Sunday 2019 mit meiner in Zusammenarbeit mit den Münchner Philharmonikern entstandenen Experience „Inside MPhil – St. Nikolai„. Auf Einladung der Veranstalter schrieb ich einen Blog Artikel über die Entwicklung der App, der nun auf deren Webseite „walk · listen · create“ veröffentlicht wurde: https://walklistencreate.org/2020/02/19/touched-by-sound-in-munich/

13. Februar 2020

Feldstudien im Inneren des Orchesters

Heute haben mir die Münchner Philharmoniker die Möglichkeit gegeben, meine Forschung über die Reproduktion des Klangerlebnisses im Inneren des Orchesters fortzusetzen. Sie erlaubten mir, mich während der Probe mitten hinein zu setzen.. Großer Spaß: neben Gustav Holsts „Die Planeten“ stand John Williams „Star Wars“ auf dem Programm. Es dirigierte Krzysztof Urbański.

Mein Fazit: Es gibt in der gesamten Geschichte keine einzige Tonaufnahme, die der tatsächlichen physischen Erfahrung im Orchester gerecht wird. Es ist beeindruckend, aufregend, hysterisch und überwältigend.

Testweise habe ich Aufnahmen gemacht mit dem Sennheiser Ambeo Smart Headset, das übliche Ohrhörer mit zwei an den Ohren positionierten Mikrofonen kombiniert und dadurch binaurale Aufnahmen ermöglicht. Unbedingt mit Kopfhörer anhören! Sonst stellt sich der Effekt nicht ein.

Zu meiner Überraschung vermag dieses Video durchaus etwas von besagter Überwältigung zu vermitteln, was sicherlich auch an den manchmal übersteuerten Mikrofonen liegt. Den Schalldruck schaffen diese netten, aber unprofessionellen Mikrofone einfach nicht. Neben diesem charmanten Fehler hört man gut das räumliche Geschehen um einen herum.

8. Februar 2020

Blog Post über die wirtschaftliche Seite von MAYA

In diesem Abenteuerbericht beschreibe ich, wie ich es schaffte, ein Publikum für ein frei finanziertes experimentelles Musiktheaterstück zu gewinnen und es genoss, kreative unternehmerische Strategien auf ein öffentlich finanziertes Kunstprojekt anzuwenden. Ich hoffe, dass dieser Bericht für andere Theatermacher inspirierend und motivierend sein wird.

https://mathis-nitschke.com/wie-maya-auch-ein-wirtschaftlicher-erfolg-wurde/

 

14. Januar 2020

Nachts allein im Theater: Mephisto

Nachts hat man im Theater seine Ruhe: keine Bühnentechniker, keine Schreiner, keine Lichteinrichtung, keine Proben.

Großartig, wenn einem die Theaterleitung genehmigt, nachts alleine im Saal zu bleiben und in Ruhe seine Töne zu basteln.

Am 24.1.2020 ist Premiere im Staatstheater Kassel, „Mephisto“ nach Klaus Mann in der Fasssung und Inszenierung von Thomas Jonigk.

4. Januar 2020

„Über Leben in Demmin“ am 8.1.2020 im Ersten

Ich freue mich sehr, dass dieser eindrückliche Dokumentarfilm von Martin Farkas mit meiner Musik nach einem erfolgreichen und langanhaltenden Lauf in den Kinos nun im Ersten gezeigt wird. Mittwoch, 08.01.20, 22:45 Uhr ist es soweit. Hoffentlich danach auch in der Mediathek zu finden.

https://programm.ard.de/TV/daserste/–ber-leben-in-demmin/eid_281062501785930

Trailer:

Mehr Info auch hier >>>

1. Dezember 2019

Zurück am „echten“ Staatstheater

Proben am Staatstheater Kassel für „Mephisto“, einer Uraufführung von Thomas Jonigk nach Klaus Mann mit Musik von Mathis Nitschke. Premiere 24.1.2020.

Info: https://www.staatstheater-kassel.de/programm/a-z/mephisto-urauffuehrung/

21. November 2019

Das Ayşe X Staatstheater ist eröffnet!

Das AYSE X Staatstheater versteht sich als Gegenentwurf zu bestehenden Theaterstrukturen, Normen, Systemen und als Einleitung des Theaters der Zukunft.

AYSE X Staatstheater ist ein Theater, in dem Inklusion, Gleichberechtigung und Diversität sowohl auf institutioneller, wie auch auf kreativer Ebene an erster Stelle stehen.

Beteiligt an der Umsetzung dieses Vorhabens sind Mitglieder der Freien Szene sowie institutionell angebundene, etablierte und auch neue Mitglieder der deutschsprachigen Theaterlandschaft so z.B. Julia Wissert (Designierte Intendantin Schauspiel Dortmund), Necati Öziri (Autor und Leitung des Internationalen Forums der Berliner Festspiele), Sivan Ben Yishai (Hausautorin Nationaltheater Mannheim), Thelma Buabeng (Schauspielerin Schauspielhaus Zürich), Rania Mleihi (Dramaturgin Theater an der Ruhr), Mehmet und Kazim (Bildende Künstler), Guy Dermosessian (Leitung der Diversität Schauspielhaus Düsseldorf), Nazareth Hassan (Stückemarkt 2019 Berliner Theatertreffen) u.A.

Koordiniert wird das AYSE X Staatstheater von Emre Akal (Regisseur und Autor) und Antigone Akgün (Dramaturgin).

 

Im Zeitraum vom 21. bis 24. November 2019 wird sich das AYSE X Staatstheater in den Räumlichkeiten des Münchner HochX Theaters mit der Uraufführung von Emre Akals Stückentwicklung „Nur Ihr wisst, ob wir es geschafft haben werden!“ manifestieren, für die ich die Musik beigetragen habe.

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