7. September 2020

Requiem für Verschwundene

Eine Hörinstallation für einsam und unbemerkt Verstorbene und für diejenigen, die zukünftig einsam und unbemerkt sterben werden

von Gesche Piening, mit einer Komposition von Mathis Nitschke

 

19. September bis 22. November 2020, St. Lukas, Mariannenplatz, München

Die Installation ist einzeln besuchbar und findet ganztags unter freiem Himmel neben der St. Lukaskirche (Mariannenplatz, 80538 München) statt.
Eintritt frei.

  • sechs Hörstationen unter freiem Himmel neben der St. Lukaskirche in München
  • sechs Biographien von einsam und unbemerkt verstorbenen Münchner*innen
  • sechs Requien für einsam und unbemerkt Verstorbene
  • sechs Abschiede von Unbekannten
  • nur 1 Besucher*in pro Hörstation
  • täglich ganztags geöffnet
  • Dauer ca. 70 Min.

 

Jährlich werden in München über 600 Menschen von Amts wegen bestattet. Tendenz kontinuierlich leicht steigend. »Von Amts wegen« wird eine Bestattung dann durchgeführt, wenn keiner der bestattungspflichtigen Angehörigen bereit ist, die Totenfürsorge zu übernehmen. Oder es keine bestattungspflichtigen Angehörigen mehr gibt. Oder diese nicht ausfindig gemacht werden können. Die Hörinstallation »Requiem für Verschwundene« möchte diesen einsam und unbemerkt verstorbenen Münchnerinnen und Münchnern gedenken. Dafür wurden stellvertretend für alle von Amts wegen Bestatteten sechs Biographien ausgewählt, für die Totenrequien komponiert wurden. Diese Totenrequien stehen im Mittelpunkt der Hörinstallation »Requiem für Verschwundene«, die ursprünglich als Theaterpremiere im HochX geplant war. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise wurde das Theaterprojekt in eine Hörinstallation unter freiem Himmel umgewandelt wurde.

 

Konzept und Regie: Gesche Piening
Konzeptionelle Mitarbeit und Dramaturgie: Katja Huber

Komposition: Moritz Eggert, Maria Hafner, Mathis Nitschke, Wolfgang Petters, Manuela Rzytki, Asmir Šabic
Musiker*innen: Zoro Babel, Farandole-Quartett, Mathias Götz, Maria Hafner,
Claudia Kaiser, Martin Lickleder, Mathis Nitschke, Wolfgang Petters, Peter Pichler, Manuela Rzytki, Asmir Šabić
Sprecher*innen: Maria Hafner, Andreas Neumann
Installation: Jan Ott
Sprachaufnahmen: Manuela Rzytki
Mastering: Zoro Babel
Graphik und Design: Jeannette Kummer
Produktion: Ulrich Zentner
PR & Öffentlichkeitsarbeit: Kathrin Schäfer KulturPR

Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
In Zusammenarbeit mit dem Kunstausschuss St. Lukas.
Mit freundlicher Unterstützung durch das HochX Theater und Live Art

23. Juli 2020

Walkthrough Videos für Vergehen & Inside MPhil

Endlich habe ich Gelegenheit gehabt, Walkthrough Videos der Smartphone Experiences „Vergehen“ und „Inside MPhil – St. Nicolai“ zu erstellen. So können Leute, die keine Möglichkeit haben, die Experiences in München zu erleben,, sich einen Eindruck verschaffen.

Diese Videos dienen archivarischen Dokumentationszwecken. Der Ton wurde direkt (live) vom Smartphone aufgenommen.
Leider funktionierte das GPS-System an diesem Tag sehr schwach, die Reaktionen auf Positionsänderungen waren sehr langsam. Auch waren die GPS-Koordinaten insgesamt verschoben. Normalerweise befinden sich bei Inside MPhil die Holzblasinstrumente im Gebüsch.

 

11. Juni 2020

Machine Learning for Musicians and Artists

Das erste Mal, dass ich tatsächlich einen Online-Kurs abgeschlossen habe.

„Maschinelles Lernen für Musiker und Künstler“ ist ein Kurs auf Kadenze.com, der von Dr. Rebecca Fiebrink geleitet wird. Er erwies sich als lehrreich und inspirierend und half effektiv bei der Kommunikation mit Fachleuten aus der Praxis. Der Kurs ist eine gute Einführung, wenn Sie neu auf dem Gebiet sind und sich dafür interessieren, wie einfachere ML-Algorithmen mit Musik und Performance-Kunst in Verbindung gebracht werden können.

Mein Kursbericht hier: https://mlure.art/course-review-machine-learning-for-musicians-and-artists/

 

23. Mai 2020

MLure.art

MLure.art ist ein neuer zentraler Blog, der sich mit künstlerischen Forschungsprojekten zum maschinellen Lernen (= Künstliche Intelligenz) in Theater und Musik befasst. Die meisten der Projekte sind von mir initiiert.

An diesen Forschungsprojekten sind Elsa Büsing, Klasien van de Zandschulp, Luciano Pinna, Mathis Nitschke, Patrick van der Smagt, Djalel Benbouzid und Boton Cseke beteiligt.

Die Forschung wird durch den niederländischen Stimuleringsfonds, dem deutschen Fonds Darstellende Künste und das Volkswagen Group Basic Machine Learning Research Lab ARGMAX finanziert und unterstützt.

Zeichnung von Katharina Dobner

24. April 2020

FLOW by Vllrich

In diesem Video spielt eine weiterentwickelte Version des audiovisuellen Echtzeit-Kunstwerks „Flow“ mit dem Stück „Ida Lupino“, komponiert von Carla Bley, gespielt vom Pianisten Paul Bley, das 1973 auf dem ECM-Album „Open, to love“ veröffentlicht wurde – eine der einflussreichsten Aufnahmen in der Geschichte des Jazzpianos.

„Flow“ von Lars Ullrich und Mathis Nitschke wurde ursprünglich von Hyundai Card für ihre Ausstellung 2019 im Storage in Seoul, Korea, anlässlich des 50. Geburtstages des berühmten Musiklabels ECM Records in Auftrag gegeben. „Flow“ lässt den Besucher das musikalische Denken des Labels erleben. Ständige Bewegung in Raum und Zeit und horizontale musikalische Entwicklung: Das sind die Kernattribute, denen ECM-Gründer und Produzent Manfred Eicher sein Lebenswerk gewidmet hat.

„Flow“ nimmt die Farben des Albumcovers, um seine Formen zu gestalten. Live Particle-Systeme erzeugen einen kontinuierlichen Strom von 3D-Objekten in verschiedenen Formen. Die Wahl der Formen, ihr Impuls, ihre Verteilung und ihre Bewegungsgeschwindigkeit werden auf der Basis einer physikalischen 3D-Engine ausgewählt, deren Parameter automatisch auf die aktuell gespielte Musik abgestimmt werden. Durch die Schaffung einer abstrakten Landschaft aus der Musik kann der Besucher die fließende Dynamik der Musik erkunden und Teil ihres organischen Verhaltens werden: Der Zuhörer wird buchstäblich in die Musik hineingezogen.

https://www.vllrich.de

14. April 2020

Mischung Konzertfilm Duo2KW

Ich übernahm die Mischung für dieses Konzertvideo mit sehr außergewöhnlicher Musik.

DUO2KW mit Klaus-Peter Werani, Viola, und Kai Wangler, Akkordeon, haben ihr coronabedingt abgesagtes Konzert im schwere reiter für den Online-Stream produziert und wenden sich im Stream mit den Komponisten direkt an das Publikum. Zu hören und zu sehen sind Kompositionen von Morton Feldman, Sidney Corbett, Harald Lillmeyer, Stefan Prins und Philipp Mayer (UA). Dabei wird ein Bogen von der „New York School“ (Morton Feldman) bis zum aktuellen Komponieren mit verschiedenen Formen von Elektronik und Zuspielung (Prins und Mayer) geschlagen.

DUO2KW: Klaus-Peter Werani – Viola, Kai Wangler – Akkordeon

Sound Performer und Multitrack Recordist: Zoro Babel, Film: Felix Hentschel

+ + + PROGRAMM + + + 00:00 Begrüßung 01:47 Morton Feldman (1926-1987) The Viola in My Life 3 for viola and piano (1970) 08:49 Grußwort Sidney Corbett 11:58 Sidney Corbett (*1960) Knochentänze (2008) für Viola und Akkordeon 27:54 Grußwort Harald Lillmeyer 29:33 Harald Lillmeyer (*1959) balanced relation für viola und akkordeon (2017/2020) für klaus-peter werani und kai wangler 36:12 Grußwort Stefan Prins 40:40 Stefan Prins (*1979) EROSIE ( MEMORY SPACE # 1 ) for viola & bayan (or accordion) (2005) 58:38 Grußwort Philipp Christoph Mayer 01:01:48 Philipp Christoph Mayer (*1995) Tat – ort für Bratsche und Akkordeon + Zuspielungen (2019) Kai und Klaus-Peter (DUO2KW) gewidmet Kompositionsauftrag des DUO2KW, finanziert von der Ernst von Siemens Musikstiftung 01:19:56 Abspann

Gefördert vom Kulturreferat der LH München, dem deutschen Musikfonds, der Ernst von Siemens Musikstiftung und dem Verein Klangbrücke e.V. © 2020

2. April 2020

Besuchen Sie smallplaces.art und hören Sie zu

Die ECM Ausstellung in Seoul ist zum Ende gekommen, mein Equipment ist wieder in München. Ich bin sofort nostalgisch geworden. Ich habe also den Streaming Server für „Small Places“ wieder in Betrieb genommen und werde ihn die nächsten Wochen und Monate auch ohne Ausstellung laufen lassen, den gesamten Katalog von ECM Music vom Anfang bis zum Ende abspielend. Über https://smallplaces.art/ können Sie sich immer wieder neu überraschen lassen von der immensen stilistischen Bandbreite der wundervollen ECM Künstler. Ich selber habe dabei während der letzten Monate wunderbare neue Entdeckungen machen können und freue mich darauf, noch viel mehr zu entdecken.

Buchdeckel "Der moderne Tod" von Carl-Henning Wijkmark
1. April 2020

Über Leben

Berechtigte Kritik an den Regenten mischt sich mit gefährlicher Verharmlosung des Virus, Existenzangst lässt sich nicht mehr vor der Angst vor der gesundheitlichen Gefahr trennen, hochinteressante ethische Fragen spitzen sich radikal zu und werden unter einer Welle von Meinungen und Behauptungen begraben.

Mir hat aus dieser schweren Verwirrung – mal wieder – ein gutes Buch geholfen. Ich nahm die Krise zum Anlass, eines der mir wichtigsten Bücher, „Der moderne Tod“ von Carl-Henning Wijkmark, unter dem Licht der Coronapandemie neu zu lesen.

Die Fiktion ist radikal real: Ende der 1970er Jahre lädt die schwedische Regierung zu einem geheimen Symposium ein über das Thema „Der letzte Lebensabschnitt des Menschen“. Dabei geht es in Wahrheit darum, wie man sich der überalteten Gesellschaft entledigen kann, die man sich nicht mehr leisten kann oder leisten will. Diskutiert wird ganz praktisch die Frage, wie man die unproduktiven Alten und andere überflüssige Menschen auf möglichst humane Weise umbringen kann.

Zu Wort kommen in der literarischen Versuchsanordnung neben dem einladenden Ministerialdirektor Bert Persson ein Medizinethiker, ein Schriftsteller und Geisteshistoriker sowie – fast schon ironisch kurz – ein Theologe. Bis auf den Schriftsteller sind sich alle Experten darüber einig, dass man die Bevölkerung vor allem davon überzeugen muss, wie schädlich sich das egoistische Festhalten am eigenen Leben auswirkt, und wie sehr es die ökonomische Zukunft des Landes gefährdet.

Zuerst erschienen 1978, wurde das Buch erst 2001 ins Deutsche übersetzt, beide Male ohne weiteres großes Echo. Wijkmark war ganz offensichtlich der Zeit um einige Jahrzehnte voraus, und was er zu sagen hatte, ist noch heute unangenehm.

Die Lektüre hat mir Frieden mit der Freiheitsbeschränkung verschafft. Lesen Sie in meiner persönlich gefärbten Buchbesprechung, warum: Über Leben

23. März 2020

Musiktheater und Orchester in Zeiten von Covid-19

Als ich anfing, mich mit dem Themenkomplex Smartphone/Kopfhörer/Spazierengehen zu beschäftigen, habe ich nicht geahnt, welche Bedeutung solche Arbeiten für die derzeitige kulturlose Zeit haben könnten. Etwas unheimlich.

„Vergehen“ ist eine Oper, die man sich erläuft, als alleiniger Spaziergänger:

Info: http://vergehen.net/

Auch die Münchner Philharmoniker lassen sich unbesorgt genießen:

Info: www.insidemphil.de

 

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