Konzert am 12. Juni 2011 im Orff-Zentrum München, Pfingstsymposion 2011

KLANG auf Schön Berg La Monte Young
Stimmübung im Lobgesang
für Streichtrio mit
live-elektronischer Ringmodulation ad libitum, op. 39
Wolfgang von Schweinitz

Trio Coriolis
Michaela Buchholz – Violine
Klaus-Peter Werani – Viola
Hanno Simons – Violoncello
Mathis Nitschke – Ringmodulation


Tonkonzept:
„Töne komponieren heißt, sie zu stimmen“, sagt La Monte Young, einer der amerikanischen Komponisten, der für von Schweinitz’ Forschungen zum Zwecke neuer Komposition bedeutende Grundgedanken geliefert hat, „Harmonie ist periodischer Schall.“ Die klangliche Logik, die sich aus der exakten Stimmung der Töne innerhalb eines Akkords ergibt, äußert sich durch unterschiedliche Formen von gleichmäßigen resultierenden Schwingungen wie Schwebung (sehr langsam), Beben (langsam), Rollen (etwas schneller) oder Rattern (schnell). Mit auf einen Millionstel Ton genau einstellbaren Sinusgeneratoren erzeugt, kann das eine sägezahnartige Schärfe haben, mit Instrumenten von Menschenhand gespielt ist das Ergebnis weicher, stets von sonorer Schönheit und einer neuen Farbigkeit.

Die Ringmodulation, die hier beschrieben wird, ergibt sich zum einen rein akustisch, kann aber auch durch elektronische Ringmodulation zusätzlich erzeugt und verstärkt werden. Ich entwickelte, unterstützt mit einem Musikstipendium der Landeshauptstadt München, Ringmodulatoren in der alten Übertrager-Dioden-Schaltung, wie sie in den 50er Jahren Anwendung fand. Diese Schaltung klingt grundlegend anders als die einfache digitale Multiplikation zweier Signale, wie sie heute in der digitalen Live-Elektronik verwendet wird. Sie ist von ebensolcher sonorer Schönheit wie die akustische Ringmodulation in der Luft.