ISOLDE

Operninstallation im öffentlichen Raum von Mathis Nitschke

Thomas Jonigk (Libretto), Martina Koppelstetter (Isolde), Klaus-Peter Werani (Bratschist), Katharina Dobner (Kostüm)

8. bis 12. Juli 2019, täglich 18 und 19 Uhr, Eingang der Kunsthalle München, Theatinerstraße 8

Eintritt frei solange Platz verfügbar (maximal 50 Zuschauer)

Pro Vorstellung 30 Sitzplatzreservierungen für 10 EUR (6 EUR ermäßigt) hier verfügbar >>>

Nach Beginn kein Einlass. Barrierefrei zugänglich.

Dienstag, 9. Juli 2019, 20 Uhr: Mathis Nitschke, Martina Koppelstetter und Klaus-Peter Werani im Gespräch mit Elsa Büsing

Die Fußgängerzone vor der Kunsthalle München: Dort taucht eine Obdachlose auf, inmitten lustvoll shoppender, gut gekleideter Menschen. In der Hoffnungslosigkeit ihrer Existenz verklärt sie alles Gewöhnliche zu Kunst. Geräusche aus ihrer Erinnerung fügen sich ein in eine Orchestrierung des urbanen Klangraums. Alles, was sie hört, wird zu einem weltumfassenden Gesang, in dem sie wie Wagners Isolde Erlösung durch Tod und Wiederauferstehung in der Liebe findet.

Ähnlich wie schon bei Viola und Katharina sitzt das Publikum nach Kassenschluss im Eingangsbereich der Kunsthalle, mit Blick durch die Glasscheiben auf die Fußgängerzone. Mithilfe von Körperschallwandlern werden die Fenster zur klingenden Membran, die das Innen mit dem Außen verbindet.

Im Rahmen von FREQUENZEN – Akustische Dimensionen der Stadt: www.muenchen.de/frequenzen

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

Flyer Foto: Mathis Nitschke, Graphik: Anja Gerscher

 

Vorgeschichte

Wenn Isolde vor der Münchner Kunsthalle erscheint, dann ist das eine Situation für sich. Man kann sie aber auch als Entwicklung aus den vorausgegangenen Stücken „Viola“ und „Katharina“ sehen:

„Ist das jetzt Innen oder Außen? Ist heute noch gestern?“, fragte Viola auf dem Pasinger Bahnhofplatz, eine offenbar traurige und desorientierte Frau. Sie schien unter Schock zu stehen, den Bezug zu Zeit und Raum verloren zu haben. „Viola“ wurde 2015 im Rahmen des „Pasing by“ Kunstfestivals in der Bahnhofapotheke Pasing uraufgeführt. „Seine einfache, aber mutige Konzeption war bemerkenswert effektiv und verwischte die Grenzen zwischen Publikum und Darsteller mit provokativer Wirkung.“, schrieb The Scotsman über das Gastspiel in Glasgow in 2017.

Der komplette Mitschnitt von „Viola“:

 

An der Münchner Freiheit saß Katharina zum ersten Mal auf der Straße, inmitten laut grölender betrunkener Touristen, lachender Schulklassen und permanent um sie herum kreisenden Tram­bahnen und Bussen. Über diesem permanent hohen Stresspegel der Leopoldstraße kämpfte sie gegen das Vergessenwerden an und entwickelte darüber extreme, gehässige Energien. Als „grandios-verstörende Vorstellung“ beschrieb die Süddeutsche Zeitung die Uraufführung in 2016.

Der komplette Mitschnitt von „Katharina“:

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