VERGEHEN ist eine Oper, die man sich erläuft. Laden Sie einfach die VERGEHEN App auf Ihr Smartphone, nehmen einen Kopfhörer mit und gehen an die Münchner Isar. VERGEHEN kann man sich an jedem Tag zu jeder Zeit und bei jedem Wetter erlaufen.

Ein Spaziergang mit dem Smartphone

Stellen Sie sich vor, Ihr Smartphone beginnt ein Gespräch mit Ihnen, verwickelt Sie in einen Diskurs über das Erinnern und Vergehen. Wie würde das klingen?

Es ist doch fast ein Faust’scher Pakt: das Smartphone lässt uns teilhaben an einem unendlich anmutenden Informations- und Wissensschatz, in Form eines kleinen persönlichen Begleiters. Im Gegenzug offenbaren wir ihm unser Persönlichstes und Innerstes und üben über die Berührung eine eigentümliche Form von Intimität damit aus.

Der Hörspaziergang VERGEHEN beschäftigt sich mit diesem Thema aus der futuristischen Sicht eines utopischen technischen Versprechens. Unsere Erlebnisse können mit einem Hirnstromrekorder für immer so konserviert und wiedergeben werden, daß wir die Erinnerung nicht mehr vom originalen Erlebnis unterscheiden können. Bisher müssen wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse mühsam in Sprache, Kunst und Musik übersetzen, um sie kommunizierbar zu machen. Das wäre mit so einer Maschine nicht mehr nötig. Ob man das nun wirklich will, ist eine der Fragen, die VERGEHEN stellt.

 

Trailer in 360°

Eine Oper, die man sich erläuft

Durch den GPS-Empfänger weiß VERGEHEN, wo Sie sich gerade befinden. Als App passt sich die Musik adaptiv der Position, Bewegungsrichtung und Gehgeschwindigkeit des Spaziergängers an, kein Opernspaziergang gleicht dem anderen. Sie bestimmen den Aufführungstermin und die Aufführungsdauer.

Klicken Sie die Graphiken an:



Sowohl der Text wie auch die Musik wurden von Mathis Nitschke auf einen gewählten Weg von den Kaskaden unterhalb des Maximilianeums über die Brücke Kabelsteg bis zur Museumsinsel so genau abgestimmt, daß sich der öffentliche Raum zum künstlerischen Raum verwandelt. Der Text nimmt Bezug auf die örtlichen Gegebenheiten, genauso wie die Klänge die dortigen Geräusche verarbeiten; ein Pfad vom Rauschen ins Rauschen.

Musikalisch kombiniert „Vergehen“ klassischen Gesang (Sarah Aristidou) mit einem Hybrid aus akustischem und verfremdeten Cello (Anja Lechner), analoger Techno-Elektronik und digitaler Klangkunst (Mathis Nitschke). Zeitweise an den Drive populärer E-Cello-Formationen erinnernd, mal die Erbschaften der Musique Concrète huldigend, dann wiederum Allusionen an Jazz und Weltmusik liefernd, legt sich die Komposition von Mathis Nitschke auf kein Genre fest.

Fragen?

Technische Fragen zur App werden hier beantwortet: >>>
Für Fragen zur Entstehung und zu den Hintergründen von VERGEHEN hier entlang: >>>

Mitwirkende

Anja Lechner
Sarah Aristidou

Sopran: Sarah Aristidou
Sprecher: Sarah Aristidou, Mathis Nitschke, Google Android
Cello: Anja Lechner
Konzept, Komposition: Mathis Nitschke

Programmierung: Nicola Paul Hahn, Mathis Nitschke
Logo: Anja Gerscher
CD Artwork: Bettina Stickel

Text: Mathis Nitschke, unter freier Verwendung von Motiven und Paraphrasen aus Douglas Trumbulls Film „Projekt Brainstorm“, Benjamin Steins Roman „Replay“ (C.H.Beck) und vor allem Judith N. Kleins Essay „Rückkehr nach Lindeira“ (Neues Literaturkontor)

Zusätzliche Samples aus Produktionen mit Mathis Mayr (Cello) und Gabriel Hahn (Schlagzeug)

Ermöglicht durch das Projektstipendium Junge Kunst / Neue Medien für Musik 2015 der Landeshauptstadt München

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