Sounddesigner, Komponist, Regisseur

Kleiner Mann, was nun?

Zentrales Element des Bühnenbilds von Annette Kurz war ein vier Meter hoher Musikschrank bestehend aus selbstspielenden Instrumenten: ein Orchestrion. Die technische Konzeption des musikalischen Innenlebens lag zusammen mit der Umsetzung in meiner Verantwortung. Die gesamte Musik dieses preisgekrönten Abends von Luk Perceval an den Münchner Kammerspielen komponierte ich für diesen live spielenden Musikautomaten.

Der Prozess

Andreas Kriegenburgs Bühnenbild (Münchner Kammerspiele) arbeitet mit zwei Ebenen: eine Wand nur wenige Meter hinter der Bühnenvorderkante schafft eine klaustrophobisch eng zugebaute Vorbühne, in die eine zunächst aufrecht gestellte Drehbühne eingebaut ist. Wenn diese herabgelassen wird, öffnet sich ein weiter Raum nach hinten. Die Inszenierung wurde komplett mikrofoniert und verstärkt, damit die Schauspieler einen nicht deklamatorischen Ton anschlagen konnten. Die Perspektiven des Bühnenbilds übersetzte ich in verschiedene Tonebenen und -perspektiven.

Die Möglichkeit einer Insel

Seinen Roman "Die Möglichkeit einer Insel" verfilmte Michel Houellebecq selbst. In mehrjähriger Zusammenarbeit, auch schon vor dem eigentlichen Dreh, komponierte ich dafür die Filmmusik für Orchester, Chor, Solisten und Band.

Tongestaltung für Film

Um die Jahrtausendwende herum war ich freiberuflicher Tongestalter / Sounddesigner für Spielfilme von u.a. Dominik Graf, Jo Baier oder Josef Vilsmaier bei den Tonstudios von Arri und Bavaria Film. Sehen Sie sich hier ein paar Beispiele an.

„Resident Evil“ – Kyma als Monstervocoder

Supervising Sound Editor Nigel Holland bat mich, mit Kyma-Soundprocessing den Klang des Licker-Monsters aus Paul Andersons Film „Resident Evil“ mitzugestalten. Als Grundlage nahm Nigel einen englischen Stimmkünstler auf, Pete, der zunächst zwei Liter Vollmilch trank, um dann monstergerecht in ein Arrangement aus Eimern und Rohren zu röhren. Wir entwickelten einen Dual-MonoVocoder mit zwei Mal 50 Bändern, der am Input mit verschiedenen Loops aus Tierlauten und anderen schrägen Tönen gefüttert wurde.