Über Mathis Nitschke

Mathis Nitschke

Foto: Catherina Hess

Mathis Nitschke ist Konzeptkünstler, Komponist und Sounddesigner, spezialisiert auf Musik in Verbindung mit Theater und neuen Technologien.

Nach Anfängen auf der klassischen Gitarre und am Mischpult studierte Mathis Nitschke bildende Kunst, bevor er seine Studien am Königlichen Konservatorium Den Haag als Musikkomponist abschloss. Auf diesem Weg entwickelte er eine stark konzeptuelle Herangehensweise. Er kreiert Opern und Musiktheater, Installationen, Filme und Konzerte, die europaweit in Theatern, Gallerien und Festivals gezeigt werden.

VIOLAIn Nitschkes Arbeiten als regieführender Komponist betrachtet der Zuschauer nicht nur, er wird auch selbst betrachtet und nimmt an der theatralen Situation teil. In den Kurzopern im öffentlichen Raum „Viola“ und „Katharina“ (2015/16) sitzt das Publikum in Schaufenstern und schaut dem Geschehen auf dem Platz davor zu. Gleichzeitig wird es selbst im Schaufenster ausgestellt und von den Passanten auf der Straße betrachtet.

Smartphones und Kopfhörer als bestimmendes Merkmal des heutigen öffentlichen Lebens miteinbeziehend, konzipierte Mathis Nitschke an der Münchner Isar einen interaktiven Hörparcour für Spaziergänger: „Vergehen“ (2017), eine Oper, die man sich erläuft. Sie lässt die reale Welt mit der Virtualität in klingende Interaktion treten.

MayaIm Oktober 2017 wird „Maya“ seine Uraufführung finden, eine Mixed-Reality-Techno-Oper, in deren Zentrum grundlegende Fragen des Posthumanismus verhandelt werden. In der Ruine des Heizkraftwerks Aubing kreiert Nitschke einen virtuellen Parallelkosmos zur physischen Realwelt auf der Grundlage von Sound, Musik, Augmented Reality Technik und digitaler Kunst, in der der Zuschauer sich frei bewegt.

Mathis Nitschke arbeitet viel in Teams. Aus seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Lichtdesigner und Regisseur Urs Schönebaum entstanden die von der Nationaloper Montpellier beauftragten Opern „Jetzt“ und „Happy Happy“ (2012 und 2014). „Jetzt“ wurde bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt im Jahr 2013 zur “Uraufführung des Jahres” nominiert.

POSSIBILITY OF AN ISLAND PosterFür Michel Houellebecq komponierte und produzierte Nitschke 2008 einen groß-orchestralen Score für dessen Debut als Regisseur, der eigenen Verfilmung seines Romans ‘Die Möglichkeit einer Insel’. In 2017 komponierte und produzierte er die Filmmusik für Martin Farkas‘ Dokumentarfilm „Demmin“.

Nitschke arbeitet regelmäßig an den wichtigen deutschsprachigen Bühnen wie, neben anderen, Münchner Kammerspiele, Thalia Theater Hamburg, Schauspielhaus Zürich und Schauspiel Köln mit Regisseuren wie Andreas Kriegenburg, Christof Loy, Thomas Jonigk, Ulrike Arnold, Karin HenkeChristiane Pohle und anderen. Nitschke hat ein besonderes Interesse an der Zusammenarbeit mit Autoren, namentlich Jonas Lüscher, Thomas Jonigk oder Ulrike Draesner.

Seine Musik ist oftmals Ergebnis gemeinsamer improvisatorischer Praxis. Er unterhält besondere Arbeitsbeziehungen zu den Sängern Martina Koppelstetter und Karen Vourc’h sowie, neben anderen, den Musikern Santiago Cimadevilla, Anja Lechner, Goska Isphording, Mathis Mayr, Brice Soniano and Klaus-Peter Werani.

Als Klangregisseur sitzt Mathis Nitschke nicht nur am Mischpult der Theater, sondern auch bei Aufführungen zeitgenössischer Musik im Konzertsaal, z.B. bei der Musica Viva Reihe des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. In Solo- und Ensembleprojekten tritt er als performender Elektroniker auf.

Auf Grundlage seiner frühen Erfahrungen in der Werbeproduktion (Hastings Audio, Giesing Team) und der erfolgreichen Tätigkeit in der Filmpostproduktion (Resident Evil, Luther, Die Freunde der Freunde) bietet er seine Dienste auch Unternehmen und Agenturen in der Live-Kommunikation an. Dabei entstehen Unternehmensfilme (z.B. für BMW), Sound-Logos (z.B. Airbus Group) oder auch Konzerteinlagen, musikalische Highlights (z.B. Linde Managementkonferenz, BMW Excellence in Sales).

Er betreibt die Webseite c-opera.net als Fundus zum Thema zeitgenössische Oper und hält Seminare und Workshops an verschiedenen deutschen und österreichischen Hochschulen (z.B. Musikhochschule Trossingen, Hochschule der populären Künste Berlin und Fachhochschule St. Pölten).

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